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Entwicklungsphasen in (tPT)

Aktual Konflikt

Akute Auslösung einer Kombination von depressiv mittelgradiger Episode, psychovegetativen Erschöpfungssyndrom und autonomer somatoformer Störung. Es besteht aktuell eine scheinbare Ausweglosigkeit aus der aktuellen Situation mit seinem Teufelskreis, den circulus vitiosus. Einerseits werden eine Partnerschaft, Heim und Kinder gewünscht, andererseits besteht Misstrauen, Eifersucht, Angst den Partner zu verlieren, für ihn nicht gut genug zu sein. Ein hinreichendes Selbstbewusstsein, welches von guten Vater- und Mutterobjekten hätte erlernt werden können, fehlt. Maladaptive Verhaltensmuster führen immer wieder in den selbst gestalteten, depressiven Teufelskreis mit dem hilflosen, abhängig-depressiven Verhaltensmuster, welches in der Kindheit erlernt wurde, welches sich in der Schule und im Arbeitsleben verfestigte. Das Verhaltensmuster entspricht dem erlernten unsicheren Bindungsverhaltens mit einem Mangel an Vertrauen. Gute, starke Mutter- und Vaterobjekte fehlten.

Ur Konflikt

Der Patient reagiert auf diese Situation mit ihrem abhängig-depressiven Verhaltensmuster, das sie in der Kindheit von ihren Eltern erlernte. Vom Vater, der nur das Geld hat, aber kein Selbstvertrauen, Durchsetzungsvermögen oder emotionales Selbstbewusstsein. Die emotional wenig kompetente Mutter, die in der Beziehung zwar stärker als ihr Mann ist, sich aber von diesem alleingelassen fühlt, auch in der Erkrankung des nachgeborenen weiblichen Zwillings an juveniler rheumatoider Arthritis. Der Patientin fehlt orales Urvertrauen, das sie von der Mutter nicht vermittelt bekam. Diese wurde schon bald nach der Geburt der Patientin schwanger mit Zwillingen, fühlte sich schon in der Schwangerschaft und verstärkt nach der Geburt mit zwei zusätzlichen Kindern überfordert. Die Mutter der Patientin hat nicht viel Liebe zu geben muss diese zudem noch auf drei Kinder verteilen.)

Orale Phase

Die orale Phase, erstes bis zweites Lebensjahr, die früheste Stufe der psychosexuellen Entwicklung, in welcher der Mund als primäre Quelle der Befriedigung dient, z. B. durch Saugen. Nach Ende der oralen Phase lösen andere erogene Zonen den Mund als vorherrschendes Lustzentrum ab. Der Mensch behält aber die Fähigkeit zum oralen Lustgewinn, wie beim Kuss. Ungelöste Konflikte bergen das Risiko eines pathologischen Narzissmus.

Anale Phase

Die anale Phase, zweites bis drittes Lebensjahr, das Kind erfährt Lustgewinn durch Defäkation oder Zurückhalten, Befriedigung. Diese Phase trägt zur Entwicklung einer adäquaten Konfliktfähigkeit, einer adäquaten Über-Ich-Entwicklung, adäquaten Anpassung, adäquaten Ordnung und dem adäquaten Umgang mit Geld. Ungelöste Konflikte können unter Umständen zur Herausbildung eines so genannten „analen Charakters“ führen. Entweder für diese zu Anpassung, Ordnungssinn, Geiz, oder zum Gegenteil, zu Unangepasstheit, Verschwendung und Unordnung.

Phallische Phase

Die phallische Phase, vom dritten bis zum fünften Lebensjahr, richtet die Aufmerksamkeit zum Großteil auf die Erforschung des eigenen Körpers, dem Anfassen und Stimulieren des Penis, bzw. der Klitoris. Das Erkennen der Geschlechtsunterschiede beginnt hier. Fehlentwicklungen in dieser Phase können zu Kastrationskomplex und Penisneid führen.

Ödipale Phase

Die ödipale Phase, sechstens bis siebtes Lebensjahr. Triebwünsche äußern sich im Begehren des gegengeschlechtlichen Elternteils. Das Kind tritt in eine gelungene Konkurrenz zum gleichgeschlechtlichen Elternteil im Begehren zum andersgeschlechtlichen Elternteil. Es identifiziert sich in der gelungenen ödipalen Triangulierung mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil, im Begehren zum andersgeschlechtlichen Elternteil, was zur gelungenen Entwicklung der eigenen Geschlechterrolle führt.
Im Fall einer Fehlentwicklung kann sich ein „Ödipus Konflikt“ bzw. ein „Elektra Konflikt“ entwickeln. –Nach der Figur des Ödipus, bzw. der Elektra aus der gleichnamigen Tragödie von Sophokles.
Konflikte können entstehen, aufgrund einer Dysbalance der ödipalen Triangulierung, bei der der Patient dem einen oder anderen Elternteil/Geschlecht näher bzw. ferner rückt, sich nicht von dem geliebten Elternteil loslösen kann.
Die Ablehnung/Nichtbejahung/unzureichende Übernahme der eigenen Geschlechterrolle, Identifizierung mit dem anderen Geschlecht resultiert mit Beziehungsproblemen bis zur Liebesunfähigkeit.

Latenzphase

Latenzphase, bis zur Pubertät, latente ruhige Phase. Kulturelle Werte werden von Vorbildern übernommen (Lehrer, Nachbarn, Bekannte, Klubleiter, Trainer) und kognitive Fähigkeiten erworben. Die Schule und das Spielen mit Geschlechtsgenossen nimmt an Bedeutung zu, die Sexualität verliert an Bedeutung (Verdrängung). Soziale Beziehungen werden aufgebaut, eine Abwehr entwickelt sich. Das Kind kann auf Lustbefriedigung verzichten, sie auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben (Verschiebung) oder in andere Energie umsetzen (Sublimierung), wie in sachliches Interesse umzusetzen (Rationalisierung).

Pubertären Phase

Pubertären Phase, genitalen Phase, ab dem 10. Lebensjahr, erwacht die Sexualität unter dem Einfluss der Sexualhormone. Fortpflanzung und Lustbefriedigung konkurrieren. Das Interesse des Kindes, was in den frühkindlichen Phasen selbstbezogen war, betrifft nun die zwischenmenschliche Partnerschaft. Sie wird eine wichtige Form sozialer Interaktion und Kommunikation.

Mit diesen Phasen entlang der jeweils entwicklungsgemäß vorherrschenden erogenen Zone korreliert eine Entwicklung der Libidobesetzung vom Autoerotismus zur Objektwahl. In der Regel lernt das Kind seine Triebwünsche zugunsten des Realitätsprinzips zurückzustellen.

Adoleszenz

Die Adoleszenz ist der Übergang von der Schule ins Arbeitsleben.

Fokus

Fokus ist das orale Vertrauensdefizit und der Abhängigkeits-Autonomie-Konflikt bei dysfunktionalem ödipalem Dreieck. Das schwache Selbstbewusstsein soll gestärkt werden. Vertrauen muss gelernt werden, wie Konflikte zu erkennen, sie anzugehen und zu lösen. Die ödipale Vernetzung soll Stück für Stück gelöst werden.

Kastrationskomplex und Penisneid

Sigmund Freud diagnostizierte zwei geschlechtstypische kindliche Komplexe, die sich aus dem anatomischen Merkmal ergeben, dass die weiblichen Genitalien im Gegensatz zu den männlichen äußerlich kaum zu sehen sind. Demnach können Jungen im Fall einer Fehlentwicklung unter der unbewussten Angst, man könnte ihren Penis abschneiden leiden, da die Existenz von penislosen Altersgenossinnen dies vorstellbar macht. Mädchen würden, im Fall einer Fehlentwicklung, an ihrem Körper ein dem Penis gleichwertiges Organ vermissen und sich dadurch minderwertig fühlen. Penisneid und Kastrationsangst treten nicht zwangsläufig auf, sondern nur, wenn die sozialen und erzieherischen Umstände dies befördern – z. B. durch eine gesellschaftliche Benachteiligung von Mädchen bzw. Jungen.